Moin werte Leidensgenossen.
Da es mehrere unterschiedliche Fehlerbilder sind, die aber möglicherweise dann doch zusammenhängen, versuche ich den Beitrag so gut wie es geht zu strukturieren.
Paar Infos
Fahrzeug: E61 N52B25
Laufleistung: 242 tkm
Öl: Shell Helix Ultra 5W-40, bis vor 20 tkm war es Ravenol 5W-40
Ölverbrauch: Min. 1 l / 1000 km, je nach Strecke und Last.
Fahrprofil: gut durchmischt. Unter der Woche viel Kurzstrecke, dazu regelmäßig > 50 km Touren, dann auch mal wieder 350 km Autobahn.
Leistung: Ich beobachte einen schleichenden Verlust. Gefühlt hat er über die Jahre so 30 PS und 50 Nm verloren. Ein Sechsender sollte sich anders anfühlen.
Benzinverbrauch: Zu viel. Zuletzt 10,7 l/100 km laut BC. Dabei sehr wenig Stadtverkehr.
Anhängerbetrieb: Null.
Symptome/Fehlerbeschreibungen
Der Ölverbrauch ist seit langer Zeit schon recht hoch. Vor 120 tkm lag er schon bei 0,5 - 1,0 Liter, soll ja nicht ungewöhnlich sein beim N52, also habe ich immer fleißig nachgefüllt. Hat sich natürlich nicht gebessert und ist mehr geworden, was mich auch dazu führte, die KGE zu machen -> siehe unten.
Zudem wurde vor Kurzem die Ölwannendichtung gemacht. War nicht mehr dicht. Bekanntermaßen ist das maximal aufwändig und da meine private Werkstatt eh gerade besetzt war, habe ich das nen befreundeten Mechaniker machen lassen (Elring Dichtung + neue Alu-Schrauben).
Ansonsten wird das Öl tatsächlich zum überwiegenden Teil "verbraucht". Ölflecken unterm Auto gab es nie.
Meiner Meinung nach ist der Hauptverursacher die bekannte Fehlkonstruktion an den Kolbennuten, was dazu führt, dass der Motor immer viel Öl mit durch drückt. Wurde in den Folgejahren von BMW behoben indem sie andere Kolben verbaut haben.
Auf einer Autobahnfahrt bei ca. 140 kmh meldete sich unvermittelt der BC mit der Meldung:
"Erhöhte Motorbelastung beschädigt den Katalysator. Mit geringer Motorbelastung fahren."
Die MKL ging an.
Die Karre lief total unrund - Zündaussetzer. Aber erst mit Erscheinen der Meldung, vorher normaler Motorlauf! Nach meinem Verständnis hat die ECU infolge eines plötzlich Fehlers (wahrscheinlich 29CF, siehe Fehlerspeicher unten) die Verbrennung für den Zylinder komplett deaktiviert.
Kurz anhalten, Zündung aus und an reicht, um wieder normal fahren zu können.
Fehlerspeicher:
29F5: 29F5 Katalysatorkonvertierung 2
29F4: 29F4 Katalysatorkonvertierung
29CF: 29CF Verbrennungsaussetzer, Zylinder 3
Aber warum überhaupt schmeißen beide Kats gleichzeitig einen Fehler? Interessant hierbei: Ich habe gelesen (keine gesicherte Quelle!), dass die Katalysatorfehler immer das tun, was man in einer leidenschaftlichen Beziehung erwartet: Gemeinsam kommen.
Habe die Fehler gelöscht.
Bei der nächsten Fahrt, so nach 40 km, wieder die Meldung im BC mit gleichzeitig beginnendem Ruckeln.
Fehlerspeicher:
29F5: 29F5 Katalysatorkonvertierung 2
29F4: 29F4 Katalysatorkonvertierung
29D2: 29D2 Verbrennungsaussetzer, Zylinder 6
2A43: 2A43 Valvetronic, thermischer Überlastschutz: Warnschwelle
Jetzt also ein anderer Zylinder mit Aussetzer bzw. Abschaltung?
Wie man hier im Forum auch lesen kann (finde den Thread grad nicht mehr), muss die Zylindernennung nicht allzu ernst genommen werden und es kann auch ein anderer Zylinder fehlerhaft sein. Was echt merkwürdig ist... Wenn der Klopfsensor von Zyl. 3 Werte außerhalb der Toleranz liefert, muss auch der Zyl. 3 abgeschaltet werden... Verstehe das nicht. Zumal 3 und 6 unterschiedliche Bänke sind.
Neu hinzugekommen ist der Fehler mit der Valvetronic. Da hier aber "nur" der Warnwert und nicht der Grenzwert überschritten wurde, habe ich das erstmal hinten angestellt. Dieser Fehler kam nicht noch einmal.
Die BC-Meldung und der Fehler Verbrennungsaussetzer kommen immer bei Last. Beim ersten Mal, wie oben geschrieben, bei längerer Autobahnfahrt und hoher Geschwindigkeit, beim anderen Mal beim Beschleunigen @ ca. 3.000 U/min.
Also, was habe ich unterm Strich vermutet?
- Verbrennungsaussetzer --> Irgendwas mit der Zündung. Also einmal neu. Mache mir gar nicht erst die Arbeit mit quertauschen usw... Ist eh alles alt.
- Katalysatorkonvertierung --> Irgendwas mit den Kats oder Lambdas oder sonstwas in der Richtung. Meine Idee: Nachdem nun rechnerisch ganz grob 120-200 Liter Motoröl durch den Motor und die Abgasanlage gedrückt wurden, könnten ja die Kats im Arsch sein. Wäre denkbar... Kurz Preise gecheckt: Oh, doch so günstig. Na, schauen wir erstmal weiter.
- Nach Recherche bin ich noch auf die DISA gestoßen und
- den Valvetronic Sensor
- Und natürlich die üblichen Verdächtigen: Vanos Magnetventile
- Und bei 240 tkm ohnehin lange überfällig: die Kurbelgehäuseentlüftung.
In den letzten Werkstattabenden habe ich folgendes gemacht:
- KGE mit allen Schläuchen erneuert. Wat ne tolle Arbeit. Die alte KGE sah aus wie erwartet. Schläuche beim Anfassen zerbröselt. Innen total rotzig. In der unteren Rücklaufleitung (11157567801) zur Ölwanne war gelblicher Schleim, also Öl-Wasser-Emulsion... Wie kritisch ist das zu bewerten? Siehe Fotos, das Zeuch auf dem Schraubendreher.
- Valvetronic Sensorbuchse geprüft. Ein oft genannter Fehler ist ein veröltes Buchsengehäuse, das ist bei mir unauffällig.
- Große DISA: Die große DISA-Klappe ist körperlich heile. Kein Fehler im Fehlerspeicher und kein übermäßiges Spiel. Einen Funktionstest habe ich noch nicht gemacht.
- Eine kleine DISA habe ich nicht, entgegen allem was ich zu dem N52 gelesen und gesehen habe. Im ETK steht was von "Für Fahrzeuge mit Motor niederverdichtet S858A". Super, ein zu prüfendes Teil weniger.
- Zündspulen neu NGK
- Zündkerzen neu Champion Iridium
- Drosselklappe gereinigt, neue Dichtung Elring
- Die Vanos MV sind vor 3 Jahren neu gekommen (BMW-Teile). Daher verdächtige ich sie nich so sehr. Habe sie nur ausgebaut und kurz geschüttelt. So richtig schön klackern tun sie nicht... Werde sie also mal nach dem üblichen Verfahren reinigen.
- Besonders aufgefallen ist, dass die Ansaugbrücke und die DISA sehr ölig waren. Als ich die ASB auf die Seite gestellt habe, ist das Öl regelrecht rausgelaufen, da muss ein richtiger Teich drin gewesen sein. Siehe Fotos. Eine Folge der Rückführung der öligen Luft über die KGE in die Ansaugung?
Erste Testfahrt: Motor fühlt sich irgendwie etwas knackiger an. Hängt besser am Gaspedal. Wenigstens etwas Gutes.
Aber dann beim Beschleunigen, ziemlich genau bei 3.000 U/min: Wieder die Meldung im BC "Erhöhte Motorbelastung beschädigt den Katalysator. Mit geringer Motorbelastung fahren." + MKL + Zündaussetzer.
Fehlerspeicher:
29D2: 29D2 Verbrennungsaussetzer, Zylinder 6
Die Kat-Fehler sind (noch) nicht wieder gekommen. Ich vermute, dass sie nach einer längeren Strecke auch wieder kommen.
Was sollte ich jetzt als nächstes tun?
In der engeren Auswahl sind:
- Vanos MV reinigen und prüfen. Wobei ich nicht glaube, dass sie ursächlich für das Fehlerbild sind... Aber ist halt ne schnell gemachte Sache.
- DISA Klappe nicht nur optisch, sondern auf Funktion prüfen: Einfach ausbauen, angesteckt lassen und Zündung einschalten...?
- Der Valvetronic-Motor hatte ja den Fehler mit Überlastung geschmissen. Der kam zwar nicht wieder, aber sollte ich den Stellmotor erneuern?
- Noch eine Probefahrt machen und schauen, ob wieder der gleiche Fehler auf Zyl. 6 kommt. Wenn ja:
- Spule und Kerze sind neu, daher:
- Kabel zur Spule prüfen
- Einspritzung prüfen, ESV ausbauen
- Ich bin irgendwie immer noch bei meiner Theorie mit den zugesetzten Kats infolge jahrelanger exzessiver Ölzufuhr. Hier im Forum gab es schon mal so einen Fall: 530i N52 komplette Bank Zündaussetzer,Zylinder 1-3. Um das zu prüfen müsste man wohl die Kats endoskopieren. Das geht nur auf ner Bühne, die ich zwar habe, die aber offen und unbeheizt ist... Fetzt bei -7 °C nicht so.
Inwiefern kann ich mittels Bimmerlink und den 4 Lambda-Werten (wenn ich die denn alle auslesen kann) die Kats beurteilen?
Danke dass ihr alles gelesen habt ![]()
Ich freue mich auf eure Hinweise ![]()