Zündaussetzer N52

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  • Zündaussetzer N52

    Hallo zusammen,

    ich habe an meinem 525iA Touring aus 5/2005 (N52) ein Problem: in jüngster Zeit tritt in unregelmäßigen Abtänden der Effekt auf, dass der Motor während der Fahrt ruckelt und gefühlt nur auf 5 Töpfen läuft (der 6. zündet zwischendurch mal mit). Die Motorkontrolleuchte geht an, im Fehlerspeicher steht nur ein Fehler: "Verbrennungsaussetzer, Zylinder 3". Neu starten behebt manchmal das Problem - der Motor läuft dann plötzlich wieder ohne Probleme. Dies klappt aber nur manchmal.

    Das Problem scheint unabhängig von der Temperatur zu sein, es passiert mal bei kaltem, mal bei warmem Motor.

    Bereits von ca. 4000km trat das Ganze schon ein paar Mal auf. Einziger Unterschied: im Fehlerspeicher stand damals: "Verbrennungsaussetzer, Zylinder 6". Damals verschwand das Problem nach ein paar Wochen gelegentlichen Auftretens von selbst.

    Jetzt bin ich auf der Suche nach möglichen Gründen. Einen Zündverteiler im mechanischen Sinne gibt es am N52 ja nicht. Die Kabel zu den Einzelzündspulen kommen ja direkt aus dem Steuergerät. Dieses ist trocken und nicht von dem bekannten Wasser-Einbruch-Problem (durch die Masseverbindung) betroffen. Ich habe am Sonntag die Masseverbindung an der Karosserie mal losgeschaubt und an der Schraubverbindung gab es etwas Korrosion, die ich beseitigt habe. Bei einer Probefahrt danach gab es keine Probleme, so habe ich schon gehofft, das Problem beseitigt zu haben. Heute allerdings gab es dann wieder die Verbrennungsaussetzer an Zylinder 3.

    Alle Kabel, die ich sehen kann, sind augenscheinlich in Ordnung,
    Eine defekte Zündspule schließe ich wegen des Auftretens an unterschiedlichen Zylindern aus - richtig?

    Ansonsten finde ich am Motorlauf kaum etwas Auffälliges. Manchmal läuft der Motor nach dem Kaltstart nicht mit völlig gleichmäßiger Drehzahl, sondern diese "schwankt" leicht. Ich weiß nicht, ob das normal ist, aber mein alter E34 mit M30-Motor konnte das besser. Und im Vergleich zum 530i(N52), den ich dazwischen gefahren habe, ist der Motor bei niedrigen Drehzahlen ziemlich schwachbrüstig, aber das ist, befürchte ich, leider kein Defekt. ;(

    Fallen euch andere Sachen ein, die beim N52 für diese Verbrennungsaussetzer verantwortlich sein könnten?

    Vielen Dank und viele Grüße,

    Lexi
  • Zündspulen! Trotz der mehreren Zylinder im FS.

    Kaufe 6 neue BOSCH Zündspulen und gut. Kostenpunkt rund 130€ und etwa 30 Minuten Arbeit.

    Die Spulen sind nicht sonderlich haltbar. Eine meiner ausgetauschten war nach 11 Monaten wieder defekt. Für gut 25€ habe ich dann neuen Ersatz beschafft.

    Sollte er sich mal im unteren Drehzahl verschlucken sind es meist die Kerzen. Die halten auch nicht wie im BC hinterlegt 100tkm sondern eher 50-60.000...
  • Hi Zlatko! Schön, Dich mal wieder zu lesen! :)

    Ich war gerade noch mal unten und habe folgendes gemacht:

    - Zündspule Zylinder 3 gegen Zylinder 2 getauscht
    - Den Stecker des Exzenterwellensensors der Valvetronic (Beitrag Nr. 10) auf Öl überprüft (Ist im Netz ja so ein üblicher Verdächtiger am N52 und wenn schon mal die Plastikhaube vom Motor ab ist...)
    - Probefahrt gemacht, wobei der Fehler wieder auftrat
    - Fehlerspeicher ausgelesen

    Der Stecker hatte übrigens wirklich minimal Öl drin. Genau an den Kontaktstiften - war kaum zu sehen. Im Bild 1 sind das die dunklen Flecken an der Basis der Kontaktstifte.
    --> Stecker saubergemacht, mit Konaktspray ausgesprüht und ein paar Minuten trocknen gelassen.

    Bei der Probefahrt trat der Fehler wieder auf :(

    Im Fehlerspeicher war wieder die Verbrennungsabschaltung von Zylinder 3 genannt. Das würde ja eigentlich gegen die Zündspule sprechen - auch wenn ich bei 130€ wirklich große Lust habe, Deinem Tip zu entsprechen und die Dinger tatsächlich einfach mal rauszuschmeißen.

    Bei der Spielerei mit dem Diagnoserechner habe ich in Inp* aber noch noch zwei andere Dinge entdeckt:
    - Lässt man sich den "Fehlerspeicher mit Umwelt" anzeigen, werden ja noch ein paar weitere Daten zum Fehler angezeigt. Hier steht, dass die "Maximale Drehzahl bei Zündaussetzern" immer bei 2464rpm gelegen hat. Ist das nur irgendein Artefakt oder spricht das wirklich dafür, daß der Fehler immer bei einer bestimmten Drehzahl losging? Bei Auftreten des Fehlers bin ich ca. 100km/h im 6. Gang gefahren.

    - Unter F6 (Stellgliedansteuerungen) - F1 (Stellgliedansteuerungen 1) - Shift+F7 (VVT) gibt es die Möglichkeit, bei ausgeschaltetem Motor die VVT in unterschiedliche Stellungen zu bringen. Ich habe das spaßeshalber alles mehrfach durchprobiert. Alles funktionierte problemlos, nur bei der Ansteuerung des Stellwinkels 90° lief die Anzeige des Istwinkels zwar kurz in die richtige Richtung, erreichte den Sollwert aber nicht ganz und stürzte dann auf ca. 15° ab. (Bild 3). Bei 10 Versuchen wurden die 90° 3 mal erreicht und 7 mal verfehlt.

    Jetzt fange ich an, mich zu wundern. Kann es sein, dass dieser Exzenterwellensensor abgeschissen bzw. der Stecker noch nicht sauber genug ist?
    Würde ein Problem in dem Bereich zu so einem Fehlerbild führen?
    Dateien
  • Beim Quertausch würde ich den weitest möglichen Abstand gehen, also nicht Zylinder 3 und 2 tauschen sondern bspw. 3 mit 1 etc.! Oder einfach mal die Spulen markieren und dann querbeet tauschen.

    Ich bin mal gleichermaßen reingefallen, als ich zum Test Zylinder 6 und 5 getauscht hatte. Da war der Fehler komischerweise immer noch am gleichen Zylinder. Erst als ich dann weiter auseinanderging, wanderte er mit.
    Ich weiß auch nicht so recht wie das erkannt wird, nehme an über Klopfsensoren.

    Ich würde weiter an den Spulen festhalten! ;) Ansonsten Kompression prüfen.
  • Hey Zlatko, Danke für Deine Anteilnahme!
    Hier sind die Neuigkeiten von der Front:

    - Exzenterwellensensor der Valvetronic getauscht (dabei Nockenwellen angeguckt - habe zumindest Eingangsseitig nix Eingelaufenes gefunden)
    - Zündspulen gegen Neue ersetzt
    - DISA 1(defekt) gegen Neue ersetzt
    - Alle Adaptionswerte nach dem Tausch zurückgesetzt und neu anlernen lassen.

    Leerlauf ist schon viel besser - Durchzug in den unteren Drehzahlen auch :D
    Und nach dem Kaltstart riecht es auch nicht mehr nach Sprit.

    Aaaaber: immer noch Zündaussetzer! :motz:
    Angeblich auch wieder auf Zylinder 3 (ich stimme Dir zu: irgendwie misstraue ich auch der Angabe des Zylinders...)

    Inzwischen kann ich das Auftreten der Aussetzer besser eingrenzen:
    - Nach Motorstart und zu Beginn der Fahrt hört sich der Motor gut an, keine Aussetzer wahrnehmbar
    - Ich muss erst 100km/h überschreiten und dann im 6. Gang rausbeschleunigen. Dann wird ein Geruckel spürbar.
    - Bleibt man dann auf dem Gas, wird das Geruckel stärker und dann geht nach ein paar Sekunden die Motorkontrollleuchte an.
    - Das Geruckel bleibt nun, bis ich den Motor abstelle und neu starte. Dann ist alles weg (ich vermute, weil die DME die Kraftstoffzufuhr auf dem betroffenen Zylinder bis zum Neustart unterbricht?)

    Zlatko, Du schreibst - Kompression prüfen, hast Du einen weiteren Verdächtigen auf dem Schirm?

    Ich hätte jetzt ohne Deinen Rat erstmal den Versuch unternommen, das Steuergerät querzutauschen (bzw. mich zu informieren, ob das bei diesem Elektronikmonster überhaupt so einfach querzutauschen ist) und die Einspritzventile zu checken.
    Ich kenne mich mit der Kraftstoffversorgung kaum aus, aber ich finde die Dinger klicken im Betribe recht laut und das Ventil an Zylinder 3 ist außen ein bißchen feucht. Kann sich ein defektes Einspritzventil durch den Ausfall eines Zylinders bei höherer Last bemerkbar machen?
    Was wären denn typische Ausfallerscheinungen?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lexi ()

  • Ich führ das hier mal als Selbstgespräch weiter. :D

    Ich habe in der Zwischenzeit noch folgendes gemacht:
    - Tausch Einspritzventile Zylinder 3 und 1 --> keine Besserung
    - Magnetventile der Vanos gereinigt (waren verklebt) und Reset der Adaptionswerte --> besserer Leerlauf, aber das Problem mit den Zündaussetzern blieb bestehen

    Am Freitag geht es zum Kompression messen. Motor dreht im Stand allerdings problemlos hoch und läuft seidig. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass da drin ein Kolben kippt oder Ventile nicht schließen. Nur bei Geschwindigkeiten >100km/h unter Last kommt es reproduzierbar zu den Zündaussetzern auf Zylinder 3.

    Gerne würde ich die Zeit bis zur Kompressionsprüfung noch mit was Sinnvollem füllen und "übliche Verdächtige" abgrasen.
    Kann das auch mit den bekannten Sensoren (Kurbel-/Nockenwelle) zu tun haben? Die müssten doch auch im Stand Probleme verursachen?
    Oder, da es nur bei höherer Geschwindigkeit auftritt, im Bereich Kraftstoffversorgung?
    Gerne würde ich auch mal die Zündleitungen des Kabelbaums brücken, da ich kein Teil zum "Quertausch" da habe. Mir gruselt aber vorm manuellen Durchmessen und würde mir das gerne direkt im Schaltplan ansehen. Leider kriege ich das elende WDS nicht mehr zum Laufen. Kann mir jemand mit den Schaltplänen aushelfen?
  • Ich kann soviel beitragen:

    Motorsteuergerät tauschen ist äußerst Aufwendig wegen der Wegfahrsperre.

    Ich hatte einen N52 525i der auf den Zylindern 4-6 Zündaussetzer hatte. Bei dem Auto waren die MOSFET Endstufen für die Zündung im Motorsteuergerät durch. Die Endstufen sind dann noch ein zweites Mal kurz drauf abgetaucht. Seit dem Wechsel der Zündspulen läuft das Auto problemlos. Allerdings stand im Fehlerspeicher auch was von internem Fehler ECU....

    Viel Glück!
  • Danke für die Rückmeldung! Mit dem Tauschen des Steuergeräts hab ich schon so was befürchtet...shit.
    Naja, eigentlich sollte man ja hoffen können, dass so was im Fehlerspeicher auftaucht, aber nach dem Erlebnis mit der DISA-Klappe, die fast völlig in offen-Stellung blockiert war und weit und breit nix abgelegt war, bin ich nicht so zuversichtlich.
    Für schlappe 1300 Kröten kann man das Steuergerät ja nicht mal kurz auf Verdacht tauschen. :/ Hoffentlich ists was Anderes.

    @Zlatko:
    Leider seh ich im WDS nicht den Verzeichnisbaum, wo man sich das passende Diagramm raussuchen könnte. Ich brauche halt die Verbindungen zwischen Steuergerät und Spulen/Kerzen mit den dazugehörigen Pin-Nummern am Steuergerät.
    Natürlich wären auch die weiteren Verbindungen zu Einspritzventilen/Sensorik zum Durchmessen interessant, aber das läßt den Aufwand vermutlich explodieren...
    Auf jeden Fall vielen Dank für Deine Unterstützung! :D Ich schulde Dir was! :trinken:
  • Hier noch Weitere Pläne:
    Dateien
    • klopf_n52.jpg

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    • vetiltrieb.jpg

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    • ansaug_N52.jpg

      (76,3 kB, 3 mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • luft_n52.jpg

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  • Unfassbar. 8|

    Ich hatte ja zu Beginn der Sache die Kerzen zur Kontrolle draußen. Offenbar war ich aber zu doof, einen Sprung im Keramikkörper der Zündkerze von Zylinder 6 zu erkennen. :punish:
    Der Mechaniker hat das Ding heute zur Kompressionsmessung rausgeschraubt und mit der Kerze auf den Werkstattwagen geklopft.

    Der untere Teil des Keramikkörpers fiel raus und der Rest der Kerze sah so aus.

    Ich fass es nicht. Die Kerzen kamen vor 20000km rein (Ende 2015). Da hab ich mich damals schon extra für eine NGK mit nur einer Zündelektrode entschieden, damit mir nicht son Klimbim wie überflüssige Zündelektroden in den Motor fallen und dann so was. Die Kerze an Zylinder 3 war aber in Ordnung.

    Zwar war das der teuerste Zündkerzenwechsel meines Autofahrerdaseins, aber mit den neuen Kerzen läuft der Motor wieder wie eine Turbine.
    Und da ich durch den Mist noch eine ganze Reihe an N52-Verdächtigen (DISA, Magnetventile) erschlagen habe, sind gefühlt 30PS mehr da und der Leerlauf ist auch noch super.

    Also, was habe ich gelernt:
    - Ich schraub öfter mal die Kerzen raus und guck sie mir richtig (!) an
    - die Zylindererkennung ist Banane und nicht besonders vertrauenswürdig
    - DISA und Magnetventile machen brutal was aus
    - Der N52B25 ist gar nicht so kraftlos, wie ich immer gedacht habe
    - Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln :lol:

    Vielen Dank für eure Mithilfe!

    Lexi
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