N62 Zündaussetzer bei kaltem Motor

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  • N62 Zündaussetzer bei kaltem Motor

    Hallo,

    Mein N62B48 hat Zündaussetzter bei kalten Temperaturen.

    Zündkerzen sind bereits neu.

    Es beginnt auch die Motorkontrollleuchte zu blinken, geht nach einer Weile aber wieder aus. Dann läuft er ganz normal.

    Bei Betriebstemperatur also keine Probleme. Nur eben wenn er kalt ist. Gasbetrieb scheint die Zündaussetzer zu verstärken.

    Im Fehlerspeicher habe ich bis auf Zündaussetzer auf verschiedenen Zylindern keine weiteren Einträge.

    Ich habe die vergangenen Tage viel über die VVT gelesen... Und habe natürlich Bedenken das die das Problem verursachen könnte.

    Allerdings frag ich mich dann, wieso er bei Betriebstemperatur ganz normal läuft?!

    Abgesprüht mit Bremsenreiniger habe ich ihn auch schon, konnte keine Veränderung feststellen. Würde aber Falschluft mal ausschließen.
  • Ganz klar Valvetronic. Wenn die MKL angeht ist es schon recht weit fortgeschritten. Zu deiner Frage warum der Wagen bei Betriebstemperatur normal läuft, da geht es auch irgendwann los mit stark schwankendem Leerlauf. Wieviel Kilometer hat der Hobel denn runter?
  • 230tkm.


    Hab mir das mit der VVT bereits gedacht...


    Ich fahre die Kiste recht viel und komme auf ca. 40-50tkm im Jahr.


    Im Gegensatz zum Vorbesitzer fahre ich jetzt Mobil 1 0W-40. Er hatte wohl immer 5w-30 einfüllen lassen.


    Seine Ölwechselintervalle kenne ich nicht, würde jetzt aber alle 20tkm wechseln.


    Mein Fahrprofil sieht überwiegend Autobahn vor. Werktags 90km einfach hin und 90km zurück.


    Ich weiß Prognosen sind schwer, aber wie lange kann ich wohl noch rumfahren, ohne das er bei normaler Betriebstemperatur unrund läuft?


    Und stimmt es, dass wenn man nur die Welle und die Schlepphebel ersetzen lässt, dass Problem nicht zwangsläufig behoben sein wird? Also das die Werkstätten es nicht so hin bekommen wie es im Werk der Fall war und die Wahrscheinlichkeit das man nach der Reparatur die gleichen Probleme hat, recht hoch ist?


    Und daher der Tausch der Köpfe empfohlen wird?
  • Okay, ich würde unterschiedlich an das Thema rangehen, je nachdem wie lange den Wagen noch fahren möchtest. Wenn das Auto nur noch ein oder zwei Jahre behalten möchtest gar nix machen und verkaufen sobald es arg wird. Falls das Auto länger im Bestand bleiben soll, würde ich bei der Laufleistung gleich den Motor ziehen und komplett überholen.
    Hintergrund: bei 230tkm ist davon auszugehen dass der Verschleiß an anderen Teilen ebenfalls recht weit fortgeschritten ist. Die Dichtungen von Ölwanne, Steuergehäuse, Ölthermostat etc dürften schon ordentlich schwitzen, wenn VSD und Wasserrohr noch nicht gemacht wurden kommen diese auch irgendwann, Kolbenringe haben vermutlich ebenfalls nicht mehr viel Restfutter. Wenn der Motor komplett gemacht wird hat man an all diesen Fronten Ruhe und die Gewissheit, dass das Auto noch lange zuverlässig läuft.

    Dass die Zylinderköpfe getauscht werden müssen habe ich hier im Forum auch schon gelesen. Ich persönlich halte das aber für Panikmache, ganz abgesehen von den exorbitanten Kosten für zwei werksneue Köpfe. Wenn man jemanden hat der sich auf die VVT versteht, ist es möglich Hebel und ggf. Wellen zu tauschen. Knifflig ist dabei die richtige Klassifikation für die Hebel auszuwählen und das Werkzeug für den Tausch zu haben.

    Ich kann dazu auch aus eigener Erfahrung berichten- mein Motor wurde vor drei Monaten bei Laufleistung 250tkm generalüberholt. Der Motor war komplett verschlissen und brauchte nicht nur neue Kolbenringe, sondern auch neue Kolben, dazu alle oben beschriebenen Teile undicht. Aber: es hat genügt, nur die Hebel der VVT auszutauschen, Exzenterwellen wurden nicht getauscht. Der Motor hat jetzt 3tkm und läuft einwandfrei.

    Wie lange dein Wagen noch gut zu fahren ist, ist tatsächlich schwer zu prognostizieren. Ich glaube es ist noch niemand bis an diese Grenze gefahren. Es wird beim Kaltstart ab einem gewissen Punkt nötig sein, mehrmals den Motor neu zu starten damit die MKL ausgeht. Sprich irgendwann nervt es derart dass man es nicht mehr mitmachen möchte.
  • Der Motor ist bis auf die Ventildeckeldichtung trocken.

    Ölverbrauch 1L auf 5tkm. Beginnende VSD?!

    Ob das Wasserrohr gemacht wurde, weiß ich nicht. Aktuell habe ich zumindest keinen Verlust an Kühlwasser.

    Leider hat der BMW Spezialist der Umgebung Urlaub bis Montag. Den werde ich dann in der kommenden Woche konsultieren.

    Um sich ein Bild von den Wellen zu machen, muss der Ventildeckel eh runter. Würde also die Dichtungen machen lassen mit der bitte sich die Schlepphebel usw. Anzuschauen.


    Oder muss man die Welle ausbauen um den Zustand zu beurteilen?

    Generalüberholung würde ich aktuell nicht anstreben wollen, zumal der Motor, wenn er warm ist, eineandfrei läuft.

    Der Plan war das Fahrzeug 2-3Jahre zu fahren und dann mit ca. 350tkm in den Export zu geben.
  • Kannst vergessen, bei abgebautem Ventildeckel lässt sich der Zustand der Exzenterwelle und der Zwischenhebel unmöglich beurteilen. Dazu muss die Valvetronic- Einheit demontiert werden.
    Bei der geplanten Haltedauer würde ich dann auch erstmal auf Sicht fahren. Ich hatte das mit der Überholung angeregt, da der Austausch der Hebel (ohne die Wellen!) am eingebauten Motor nach meiner Schätzung nicht unter 3k zu haben ist. Deswegen kann man idealerweise gleich alles am demontierten Motor machen, wenn man die Arbeit anfängt.
  • Manche Erfahrungen in allen Ehren aber wie wäre es wenn nur Spulen defekt sind...

    Klar gäbe es die VVT als verdächtigen bei der Laufleistung aber sollte man nicht erstmal die Spulen prüfen ?

    Beim M54 sind "kalte" Zündaussetzer -> Sterbende spulen

    Nebeninfo: Wenn Ventildeckeldichtunge ersetzt werden dann auch die beiden Steuerdeckel und die 4 Dichtungen der Magnetventile - ist nicht viel mehr arbeit
    Biete im Süd-D Raum ( Karlsruhe ) Diagnose und Reparaturen an
  • Beim N62 sind Zündaussetzer -> verschlissene VVT. Mir wollte auch mal vor Jahren ein Serviceberater erzählen, bei meinem Wagen seien alle (!) acht Zündspulen + Zündkerzen defekt und verantwortlich für die Verbrennungsaussetzer. Mit diesen Zündspulen fahre ich heute noch.
  • Mag ja sein das du recht hast

    aber Du urteilst aufgrund von einer schriftlichen Aussage ohne den fehlerspeicher selbst mit einem guten tool ausgelesen zu haben

    er schreibt zündaussetzer

    vielleicht nur 1 Zylinder ? oder 3 ? oder doch alle ?

    alles zu wenig Infos und Fakten und dann ist es nix gleich auf die VVT loszugehen

    meine Meinung ;)
    Biete im Süd-D Raum ( Karlsruhe ) Diagnose und Reparaturen an
  • maggo369 schrieb:

    aber Du urteilst aufgrund von einer schriftlichen Aussage ohne den fehlerspeicher selbst mit einem guten tool ausgelesen zu haben
    Machen wir das hier nicht immer? Klar ist ein Stück Spekulation dabei aber die Schwachstellen des N62 sind ja inzwischen hinlänglich bekannt. Eine Zündspule kann mal kaputt gehen, zwei sind schon unwahrscheinlich. Alles darüber fast unmöglich, falls also alle Zylinder im FS stehen (so war es bei mir) ist der Fehler anderweitig zu suchen. Ich denke der TE hat jetzt zunächst genügend Ansatzpunkte für weitere Schritte.
  • Habe ein gutes Tool zum auslesen zur Verfügung.

    Es sind Zündaussetzer auf allen möglichen Zylinder.

    Nicht einer und nicht zwei und nicht immer die gleichen. Zündspülen schließe ich daher aus.

    Was ich noch machen könnte: andere Fehlerquellen für Zündaussetzer oder unrunden Lauf ausschließen.

    Hab das Auto nämlich noch nicht lang, daher kann ich nicht sagen was gemacht wurde und was nicht.

    Wird die VVT deaktiviert bei gezogenem LMM? Wenn ich den ziehe und die unruhe ist weg, dann hab ich den Fehler, oder
  • blabla26 schrieb:


    Wird die VVT deaktiviert bei gezogenem LMM? Wenn ich den ziehe und die unruhe ist weg, dann hab ich den Fehler, oder
    Nein LMM abziehen bringt nix. Man kann die VVT auch nicht deaktivieren, es ist ja großteils ein mechanisches System welches für den Lufteinlass erforderlich ist. Es gibt eine Notlaufeinstellung, damit wird die Luftmenge dann nicht mehr über den Ventilhub sondern die Drosselklappe gesteuert. Wird aber nicht viel für die Fehlersuche bringen, weil der Motor dann noch viel schlechter und mit weniger Leistung läuft. Da müsste wenn dann jemand mit dem entsprechenden original Diagnoseprogramm ran und die Werte für den Ventilhub gezielt verändern.

    Jedoch: wenn keine Sensoren o.Ä. im Fehlerspeicher abgelegt sind bleibt als Ursache sonst nicht mehr viel, da kann man sich dann Zeit und Geld für weitere Diagnosen sparen.
  • Das Tool steht mir zur Verfügung.

    Hab die Einstellmöglichkeit bereits auch gesehen. Aktuell sind 0,3mm eingestellt.

    Ich werde mal die Endanschläge usw. neu anlernen. Vllt. stimmt da ja was nicht.

    Bei auslesen der Werte ist mir aber auch aufgefallen, dass nur die Auslassseite nahe der Toleranzgrenze arbeitet.

    Einleissseite ist innerhalb der Toleranz, aber Auslassseite nahe der Grenze.

    Die liegt bei 80, bei mir werden ca. 79,5 gemessen (Camshaft output Bank 1 und 2 unter camshaft adaption)
  • Okay... aber auslassseitig Vanos?!

    Vielleicht, weil diese an der Grenze arbeitet, ist die Zylinderfüllung nicht mehr so gut und dies führt ebenfalls zu Zündaussetzern?

    Und noch eine Frage: Man kann ebenfalls Laufunruhe messen bei Standgas.

    Müsste nicht, da es pro Bank nur eine Excenterwelle gibt, nicht alle Zylinder einer Bank gleich rauh laufen beim auftreten des Problems?

    Bei mir laufen die Zylinder unterschiedlich rauh.
  • Ja. Die Vanos ist aber nur die Phasenverstellung der Nockenwellen, das ist kein so komplexes System. Dürfte keinen großen Einfluss haben, insbesondere nicht auf der Auslassseite.

    Mit der unterschiedlichen Laufruhe der Zylinder wird das Thema interessant. Es gibt eine Exzenterwelle pro Bank und zwei Zwischenhebel pro Zylinder, also zusammen 16 im Motor. Wenn die Zwischenhebel nun einen unterschiedlichen Verschleißgrad haben, durch unterschiedliche thermische Belastungen bspw., könnte es zu einem solchen Fehlerbild führen. Es sind verschiedene Klassifikationen der Hebel verfügbar, damit wird genau dafür das Feintuning gemacht.
    Ist natürlich nur Theorie, beweisen kann ich es nicht :/ Ich versuche morgen mal dran zu denken ein Bild des alten Zwischenhebels aus meinem Motor zu machen und hier reinzustellen, damit das Ganze etwas praxisbezogener wird.
  • Richtig, ich schrieb ja bereits dass es bei meinem Motor genügt hat die Hebel zu ersetzen.

    Bezüglich der Anpassung des Hubs, dies ist m.E. nur eine Hilfe um dem Problem sicher auf die Spur zu kommen, keine endgültige Abhilfemaßnahme. Ich meine ich hätte hier schon von jemandem gelesen, der mit einer Erhöhung des Minimalhubs bescheidene Erfolge erzielen konnte. Aber letztendlich beheben Software- Spielereien keine Defekte an der Hardware.
  • wenn eine Excenterwelle eingelaufen ist , dann muss die nicht gleichmäßig an jedem Zylinder , gleichmässig schlecht sein ! Also der Verschleiß oder das Einlaufen wird ja nicht gleichmäßig gesteuert !

    Ja , der N62 hat natürlich Doppelvanos , also Vanos auch an der Auslassnockenwelle , aber ob eine defekte Vanos jetzt deine Probleme verursacht , glaube ich eher weniger ! Die Vanos ändert ja die Ventilüberschneidungen das heisst kleine Ventilüberschneidungen im Leerlauf und bei Volllast und große Überschneidungen bei Teillast ! Das hat dann zwar schon etwas mit Zylinderfüllung zu tun aber du hättest dann über den gesamten Drehzahlbereich ein schlechtes Laufverhalten !

    Ich würde aber trotzdem den Gedanken von Maggo aufgreifen und nicht gleich alles auf eine defekte VVT setzen ! Zumal du ja in einem anderen Tread über Probleme mit deinen Kats und den Lambdasonden geklagt hast ! Hast du denn jetzt in diese Richtung schon was unternommen ? Sondentausch oder Einblick in die Rückseite der Kats ? Oder hast du gar auf diesen schlechten Rat gehört die Sonden abzustecken ?

    Es ist immer schwierig eine vernünftige Diagnose zu erstellen , wenn man so viele Baustellen hat ! Jeder moderne Verbrennungsmotor ist ein Zusammenspiel von zig sensiblen Bausteinen , dass man hier sehr fundiert herangehen muss und sollte ! Gerade was Motorsteuerung und Motorregelung anbetrifft ist es ein ganz sensibles Zusammenspiel ...und wenn man an verschiedenen Baustellen gleichzeitig werkelt , verliert man schnell den Überblick und verfälscht Symptome !